DATEV-Konten und Vorbereitung mit dem Steuerberater
Welche Sachkonten die DATEV-Integration braucht, was sie bedeuten und was dein Steuerberater vor der Einrichtung vorbereiten muss.
Mit der DATEV-Integration erzeugt anny keine Live-Verbindung zu DATEV Unternehmen online. Stattdessen erstellt anny periodisch (oder auf Abruf) eine DATEV-Buchungsstapel-Datei (EXTF-CSV) und versendet sie automatisch per E-Mail an deine Steuerkanzlei. Die Datei kann dort in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen importiert werden.Damit das steuerlich korrekt funktioniert, müssen die richtigen Sachkonten hinterlegt sein — und die kommen von deiner Steuerkanzlei.Dieser Artikel erklärt die einzelnen Konten und was dein Steuerberater vor der Einrichtung vorbereiten sollte. Die technische Einrichtung findest du unter DATEV mit anny verbinden.
Diese Dokumentation ersetzt keine steuerliche Beratung. Kontenrahmen, Steuersätze und Sonderfälle immer mit der Steuerkanzlei abstimmen.
Importiere dieselbe Exportdatei nicht doppelt. Jede Buchungszeile trägt eine Buchungs-GUID und die Rechnungsnummer im Belegfeld 1 — trotzdem entstehen bei einem zweiten Import doppelte Buchungen, wenn DATEV die Datei erneut einspielt. Behalte den Überblick über bereits importierte Zeiträume.
Bevor du die Integration aktivierst, brauchst du von deiner Kanzlei eine klare Vorgabe. Am besten schickst du diesen Artikel (oder die Checkliste) an deine Steuerberatung und lässt dir die Werte schriftlich bestätigen.
Beraternummer, Mandantennummer, Beginn des Geschäftsjahres und die Sachkontenlänge des Mandantenkontenrahmens (meist 4 Stellen bei SKR 03/04).
2
Kontenrahmen festlegen
Welcher Kontenrahmen gilt (z. B. SKR 03 oder SKR 04)? Die Platzhalter in anny orientieren sich an SKR 03 — bei SKR 04 oder einem individuellen Rahmen müssen die Nummern angepasst werden.
3
Sachkonten zuordnen
Für jedes Pflichtkonto in anny die passende Kontonummer nennen. Optional: bereits Konten für Pfand, Anzahlungen und außer-Haus-Umsatz hinterlegen (derzeit noch nicht automatisch bebucht).
4
Verrechnungskonto Stripe / anny festlegen
Ein eigenes Konto für das anny-Zahlungskonto — zu behandeln wie ein Bankkonto. Darüber laufen alle Online-Zahlungen, Erstattungen, Gebühren und Auszahlungen.
5
Importweg und Empfänger festlegen
Wie die CSV in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen importiert wird und an welche E-Mail-Adresse der Export gehen soll (Kanzlei-Postfach oder internes Buchhaltungs-Postfach).
6
Umgang mit Doppel- und Leer-Exporten klären
anny kann auf Abruf und nach Zeitplan exportieren. Dieselbe Datei darf nicht zweimal importiert werden. Leere Perioden erzeugen trotzdem eine Datei mit Kopfzeilen — das ist gewollt.
Empfehlung an die Kanzlei: Export monatlich, Versandtag 3.–7. des Folgemonats. So landen auch spät festgeschriebene Rechnungen des Vormonats im Stapel und der Rhythmus passt zur Umsatzsteuer-Voranmeldung.
Buchungssätze als DATEV-Buchungsstapel (EXTF) per E-Mail
Import und Sichtung in DATEV
Zuordnung auf die hinterlegten Sachkonten
Manuelle Festschreibung nach Prüfung
Rechnungsnummer, Beleginfos, Buchungs-GUID
Abstimmung mit Bank und Belegen
Gebühren inkl. Steuersatz für Vorsteuer
Vorsteuerabzug und USt-Voranmeldung
Nur EUR und DE
Nicht-EUR-Vorgänge und Sonderfälle
In der Exportdatei ist das Kennzeichen Festschreibung auf 0 gesetzt. Die Buchungen sind damit noch nicht festgeschrieben. Deine Steuerkanzlei kann den Stapel zuerst sichten und die Festschreibung anschließend manuell in DATEV vornehmen.
Rechnungen ohne Online-Zahlung (z. B. Rechnungskauf oder Barzahlung) erscheinen nur als Umsatz (Forderungen an Erlöskonto). Den Zahlungsausgleich bucht die Kanzlei selbst, sobald das Geld auf dem Geschäftskonto eingeht.
1–5-stellige Nummer deiner Organisation beim Berater
Steuerberater
Beginn des Geschäftsjahres
Format MM-TT, z. B. 01-01
Gesellschaftsvertrag / Kanzlei
Sachkontenlänge
Stellenanzahl der Sachkonten, Standard 4
Kontenrahmen
Ohne Berater- und Mandantennummer lässt sich die Integration nicht aktivieren — diese Werte stehen im DATEV-Dateikopf und müssen zum Mandanten in der Kanzlei passen.
anny gruppiert die Konten in drei Bereiche: Konten, Umsatzkonten und Transferkonten. Die Vorschläge beziehen sich auf den DATEV-Standardkontenrahmen SKR 03. Bei abweichendem Rahmen ersetzt die Kanzlei die Nummern.
Das Verrechnungskonto ist wie ein eigenes Bankkonto zu verstehen: Es bildet den Saldo auf dem anny-Zahlungskonto (Stripe Connect) ab — nicht dein klassisches Geschäftsbankkonto bei der Hausbank.
Kundenzahlungen erhöhen den Saldo (Verrechnungskonto an Forderungen).
Gebühren und Erstattungen belasten das Verrechnungskonto.
Auszahlungen von anny auf dein Geschäftsbankkonto sind keine neuen Erlöse, sondern Umbuchungen: Geldtransit an Verrechnungskonto. Die Gegenbuchung (Zahlungseingang auf dem Bankkonto) kommt über den Bankimport der Kanzlei.
Das Verrechnungskonto ist Pflicht. Ohne dieses Konto können Zahlungen, Gebühren und Auszahlungen nicht korrekt abgebildet werden.
Sammelforderungen gegenüber Kunden (kein Personenkonto je Kunde)
SKR 03 (üblich)
1400
Wann bebucht
Bei festgeschriebener Rechnung (Soll); beim Zahlungseingang / bei Gutscheineinlösung (Haben); bei Erstattung / Rückbuchung (Soll)
anny nutzt ein kollektives Forderungskonto. Es gibt keine Debitorenbuchhaltung je Kunde im Export. Offene Posten werden über Rechnungsnummer und Betrag nachvollzogen.
Die Erlöskonten werden anhand des Steuersatzes auf der Rechnung gewählt. Unbekannte Sätze (nicht 19 / 7 / 0 %) fallen auf das Konto für 19 % zurück; der tatsächliche Satz steht trotzdem in der DATEV-Spalte Steuersatz.anny verwendet automatische Konten (keine BU-Schlüssel). Die Steuerkennzeichnung erfolgt über Steuersatz und Kontenzuordnung.
Bestandskonto für verkaufte, noch nicht eingelöste Mehrzweckgutscheine
SKR 03
nach Absprache
Wann bebucht
Verkauf: Forderungen an Wertgutscheine (ohne USt); Einlösung: Wertgutscheine an Forderungen
anny-Wertgutscheine sind Mehrzweckgutscheine: Beim Verkauf entsteht noch keine Umsatzsteuer. Der steuerpflichtige Umsatz entsteht erst bei der Einlösung auf der jeweiligen Leistungsrechnung.
Einzweckgutscheine (falls vorhanden) werden wie regulärer Umsatz auf den Erlöskonten gebucht — nicht über dieses Konto.
Zwischenkonto für die Umbuchung Auszahlung anny → Geschäftsbankkonto
SKR 03 (üblich)
1360
Wann bebucht
Bei jeder erfolgreichen Auszahlung (inkl. negativer Auszahlung / Einzug): Geldtransit an Verrechnungskonto
Auszahlungen sind in anny bereits implementiert: Für jede erfolgreiche Auszahlung vom anny-Zahlungskonto erzeugt der Export einen Buchungssatz auf dem Geldtransit-Konto gegen das Verrechnungskonto. Das ist eine reine Umbuchung — kein zusätzlicher Umsatz.Die Gegenbuchung auf dem Geschäftsbankkonto (Zahlungseingang) erfolgt über den Bankimport der Kanzlei. anny bucht nur die Seite Verrechnungskonto / Geldtransit.
Einbehaltene Gebühren-Differenz und nachbelastete Gebühren
Die anny-Gebühren enthalten USt (19 % für DE). Der Steuersatz steht in der DATEV-Spalte Steuersatz, damit die Vorsteuer gezogen werden kann. Bei nachbelasteten Gebühren steht die Nummer der anny-Gebührenrechnung im Belegfeld 1.
Optionale Konten (derzeit nicht automatisch bebucht)
Diese Felder kannst du bereits hinterlegen. anny erzeugt dafür noch keine Buchungssätze — die Konten sind für spätere Erweiterungen bzw. manuelle Abstimmung vorgesehen:
Dispute vs. Erstattung: Bei einer Zahlungsanfechtung (Dispute) bucht anny nur die Zahlung zurück — der Umsatz auf dem Erlöskonto wird nicht reduziert. Bei einer Erstattung entsteht zusätzlich eine Stornorechnung, die den Umsatz ausgleicht. Details: DATEV mit anny verbinden.
Ist das eine Anbindung an DATEV Unternehmen online?
Nein. anny erzeugt eine Exportdatei und sendet sie per E-Mail. Es gibt keine native / Live-Integration zu DATEV Unternehmen online. Der Import erfolgt in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen (oder vergleichbarer Software) über den DATEV-Buchungsstapel.
Müssen wir SKR 03 verwenden?
Nein. SKR 03 ist nur die Vorlage für die Platzhalter in anny. Bei SKR 04 oder einem individuellen Kontenrahmen trägst du die von der Kanzlei genannten Nummern ein — die Logik der Buchungen bleibt gleich.
Brauchen wir Debitorenkonten je Kunde?
Nein. anny bucht auf ein Sammelforderungskonto. Eine personenbezogene OPOS-Führung ist im Export nicht enthalten.
Warum gibt es ein separates Gutschein-Konto?
Weil Mehrzweckgutscheine beim Verkauf noch nicht der Umsatzsteuer unterliegen. Das Bestandskonto trennt den noch nicht erbrachten Umsatz vom steuerpflichtigen Erlös bei Einlösung.
Wie unterscheiden sich Kontoauszug-Export und DATEV-Buchungsstapel?
Der Kontoauszug / CAMT-Export bildet die Bewegungen auf dem anny-Zahlungskonto ab. Die DATEV-Integration liefert fertige Soll-/Haben-Buchungssätze (Umsatz, Zahlung, Gebühr, Auszahlung) auf die hinterlegten Sachkonten. Beides kann sich ergänzen — stimme den Workflow mit der Kanzlei ab.
Was passiert bei einer Zahlungsanfechtung (Dispute)?
anny bucht nur die Zahlung zurück (Forderungen an Verrechnungskonto, Buchungstext „Rückbuchung”). Der Umsatz wird nicht automatisch storniert. Im Unterschied zur Erstattung gibt es keine Stornorechnung. Ob der Umsatz nachträglich korrigiert wird, entscheidet die Steuerkanzlei.
Was passiert bei gemischten Rechnungen?
Enthält eine Rechnung mehrere Steuersätze oder Gutschein plus steuerpflichtige Leistung, erzeugt anny je Steuergruppe einen eigenen Buchungssatz.